Im Einklang mit der Empfehlung der Europäischen Kommission im Anschluss an den Sozialgipfel am 17. November 2017 in Göteborg [COM (2018) 0272], mit dem Regierungsbeschluss 1446/2018 (IX. 18.) über die erforderlichen Maßnahmen zur Verbesserung der Fremdsprachenkompetenzen (empfohlen von dem Nationalen Rat für Wettbewerbfähigkeit) und mit dem Regierungsbeschluss 1360/2017. (VI. 12.) über die Entwicklung der Effektivität des Fremdsprachenunterrichts, wurde von der Ungarischen Regierung das Ungarische Sprachlernprogramm ins Leben gerufen.
Das Sprachenlernprogramm wird von der Tempus Öffentlichen Stiftung unter der Aufsicht des Ministeriums für gesellschaftliche Ressourcen durchgeführt.

Die Kommunikation und der Informationsaustausch in Fremdsprachen ist ein wesentlicher Bestandteil der Gesellschaft im 21. Jahrhundert. Neben dem Sachwissen, das die SchülerInnen im Bildungssystem erwerben, spielen Fremdsprachenkenntnisse eine zentrale Rolle auf dem Arbeitsmarkt. Trotz durchgehender Verbesserung der letzten Jahren, ist die Qualität der Fremdsprachenkenntnisse in Ungarn niedrig, was auf die Wettbewerbsfähigkeit des Landes Auswirkungen hat. Die Regierung ist entschlossen, den Fremdsprachenunterricht in Ungarn zu entwickeln. Im öffentlichen Bildungssystem sind die Voraussetzungen vorhanden, angemessene Fremdsprachenkenntnisse erwerben zu können. Die Bewältigung des Problems besteht in erster Linie nicht in der Erhöhung der Anzahl der Fremdsprachenstunden. Auch die Effizienz des Fremdsprachenunterrichts und des Lernprozesses und die Motivation der SchülerInnen zum Lernen sollen erhöht und verbessert werden.

Die von der Regierung verabschiedete Fremdsprachenstrategie bietet SekundarschülerInnen der Klassen 9 und 11 der öffentlichen Bildung die Möglichkeit, zwei Wochen in einem Zielsprachenumfeld zu verbringen und an Intensivsprachkursen teilzunehmen. Die Kurse werden von akkreditierten Sprachschulen in gemischten internationalen Gruppen in den Zielländern in einem authentischen Umfeld durchgeführt.

Im Rahmen dieses Programms haben SchülerInnen der Klassen 9 und 11, im Alter von 14 bis 19 Jahren die Möglichkeit, an einem zweiwöchigen Deutschkurs, typischerweise während der Sommerferien, ab 13. Juni in Deutschland, Österreich, China, Frankreich, Irland, Malta, Vereinigtes Königreich teilzunehmen, mit voller finanzieller Unterstützung der ungarischen Regierung. In einem Schuljahr kann das Programm 140.000 SchülerInnen erreichen, die individuell oder in organisierten Gruppen reisen können. Laut einer vorläufigen, im September durchgeführten Umfrage möchten ungefähr 15.000 SchülerInnen Deutsch in einem Sprachkurs lernen, der die folgenden Kriterien erfüllt:

  1. zweiwöchiger Deutschkurs mit mindestens 20 Unterrichtsstunden (15 Stunden) pro Woche, insgesamt 40 aktive Unterrichtsstunden;
  2. außerschulische Aktivitäten mit weiterem aktiven Sprachgebrauch (z. B. Sport, kulturelle Aktivitäten, zusätzlicher Sprachunterricht und Geselligkeit);
  3. die ideale Verteilung der ungarischen SchülerIinnen erfolgt nach dem Ergebnis eines Einstufungstests in verschiedenen internationalen Schülergruppen und nicht in geschlossenen Gruppen, die für die ungarischen SchülerInnen, die am Programm teilnehmen, organisiert sind.
  4. im Zeitraum vom 13. Juni bis zum 31. August.
  5. die BewerberInnen können individuell oder in Gruppen an den von der Tempus Öffentlichen Stiftung verwalteten Ausschreibungen teilnehmen.